Bauhaus vermitteln

Bauhaus Agenten Jahreskonferenz #2

Catrin Schmitt

"Die DNA von Bauhaus-Vermittlung zu definieren…"

… so beschreibt Silke Feldhoff (Koordinatorin Bauhaus Agenten Programm) das Ziel der zwei Konferenztage. Ziel des Bauhaus Agenten Programms mit einer Gesamtlaufzeit von vier Jahren ist es, gemeinsam mit Schüler*innen und Museumsexpert*innen Rundgänge, Materialien und Erkundungshilfen, Werkstätten und Experimentierräume, Orte der Kommunikation in Ausstellungen und im digitalen Raum zu erproben und in die Nutzung zu überführen. Mit Blick auf Kinder und Jugendliche, aber auch auf alle anderen Museumsbesucher*innen sowie die gesamte Stadtgesellschaft wurden während der Konferenz inhaltliche und methodologische Aspekte von Bauhaus-Vermittlung fokussiert und gefragt: Was ist das Spezifische an Bauhaus-Vermittlung und worin liegt die behauptete Relevanz?

Überschrift

Zur Konferenz kamen das Team Bauhaus Agent*innen, Kollegen der drei Bauhaus-Museen, Lehrer*innen der Partnerschulen, internationale Expert*innen aus Architektur, Kunst und Design, Akteur*innen aus dem Bereich Bildung und Vermittlung sowie aus der Bildungspolitik und -verwaltung. Die Jahreskonferenz #2 wurde eröffnet durch Impulsvorträge von Prof. Dr. Dieter Mersch (Leiter des Instituts für Theorie der Zürcher Hochschule der Künste) und von Prof. Dr. Friedrich von Borries (Architekt und Professor für Designtheorie an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg). Sie befassten sich mit dem künstlerischen Forschen bzw. der politischen Dimension von Gestaltung. Im Anschluss stellten die neun Bauhaus Agent*innen in einem kompakten Pecha Kucha anhand konkreter Projekte aktuelle Fragestellungen vor. Im Sinne der für das Programm spezifischen Theorie-Praxis-Verschränkung vertieften sie diese in Workshops, die experimentelles Arbeiten mit verschiedenen Materialien mit der kritischen Reflexion ihrer Vermittlungspraxis verknüpften.

Catrin Schmitt

Mit den Ergebnissen der Jahreskonferenz #2 sind die Bauhaus Agenten gut ausgestattet, ihre Konzepte weiter auszuarbeiten, damit können sie wichtige Impulse in die Entwicklung der drei neuen Bauhaus-Museen in Weimar, Dessau und Berlin und deren Vermittlungsprogramme tragen.

Silke Feldhoff

Narration, Materialität, Politisches und Spieltheorien

Der zweite Tag der Konferenz bot Raum für Erfahrungen und Austausch mit internationalen Expert*innen. Inhaltlich und methodisch breit aufgestellt adressierten die Workshops Themen wie Raum und Körper, Material und Materialität, Experiment und Prozess, soziale und politische Aspekte des Bauhaus sowie Spiel und Lernen.

Um Narration bzw. eine aus der Abwesenheit abgeleiteten Narration ging es sowohl bei Serge von Arx (Architekt und Szenograph/Norwegische Theater Akademie/Hochschule in Ostfold) als auch bei Martina Fineder (Akademie der bildenden Künste und Institute for Design Research, Wien) und Luise Reitstätter (Universität Wien). Die Workshopteilnehmer*innen erprobten experimentelle Methoden z.B. des Ausstellungsinterviewrundgangs und diskutierten im Anschluss ihr Potenzial für konkrete Vermittlungsformate.

Catrin Schmitt
Catrin Schmitt

Überschrift

Materialien als Impulsgeber für zukünftige gesellschaftliche Entwicklungen und zugleich als Antwort auf künftige Herausforderungen stellte Aart van Bezooijen (Prof. für Material und Technologievermittlung, Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle und Gründer von Material Stories, Hamburg) vor. Fritz Horstman (Artist in Residency und Art Educator, Josef and Anni Albers Foundation, Bethany, Conneticut) verschränkte in seinem Workshop historische Vorkursübungen mit experimenteller Arbeit mit dem immateriellen Material Licht.

Catrin Schmitt

Überschrift

Dr. Robin Rehm (Kunsthistorisches Institut der Universität Regensburg) las mit seiner Gruppe Textpassagen von Rancière und Gropius und erörterte politische Momente einer Zweck- und Funktionsästhetik. Fabian Lasarzik (Freier Kurator und Künstlerischer Leiter für interdisziplinäre Projekte der Folkwang Universität der Künste, Zollverein Essen) bot in seinem Workshop parallel eine Analyse der ästhetischen Methodiken des Bauhauses an und arbeitete die Verknüpfungen ins heute heraus.

Catrin Schmitt

Überschrift

Der Spiel- und Lerndesigner Willy Dumaz vom Büro für Sinn und Unsinn, Halle, lud die Teilnehmer zu einem Crashkurs in kreativer Spielentwicklung ein - am konkreten Beispiel des von ihm konzipierten Bauhaus-Spielautomaten, der ab September 2019 im Bauhaus Museum Dessau stehen wird.

Catrin Schmitt

Ausblick

Die nächste Bauhaus Agenten Jahreskonferenz fand im Juni 2019 in Weimar statt.

Narration, Materialität, Politisches und das Potential von Spiel

Mit Workshops von:

  • Prof. Serge von Arx / Szenograph, Designer, Architekt, Leiter Szenographie Akademi for Scenekunst der Hogskolen i Ostfold, Norwegen
  • Prof. Aart van Bezooijen / Prof. für Material und Technologievermittlung, Burg Giebichenstein Halle; Gründer von Material Stories, Hamburg
  • Fritz Horstman / Artist in Residency und Art Educator, Josef and Anni Albers Foundation, Bethany, Conneticut
  • Martina Fineder / Akademie der bildenden Künste und Institute for Design Research, Wien und Luise Reitstätter / Universität Wien
  • PD Dr. Robin Rehm / Kunsthistorisches Institut der Universität Regensburg
  • Fabian Lasarzik / Freier Kurator und Künstlerischer Leiter für interdisziplinäre Projekte der Folkwang Universität der Künste, Zollverein Essen
  • Willy Dumaz / Spiel- und Lerndesigner, Büro für Sinn und Unsinn, Halle

Präsentation

Und hier ein kurzer Einblick in die Präsentationen der Bauhaus Agent*innen:

Bauhaus vermitteln – Lehre anwenden – Zusammenarbeit üben (Friederike Holländer, Nina Wiedemeyer), Zum Experiment anstiften – was gibt’s zu beachten? (Tabea Kießling), Der Reifentanz von Oskar Schlemmer – theater- und tanzpädagogische Vermittlungsansätze (Silke Wallstein), Wieviel Sinn(e) braucht das Bauhaus? (Maxie Götze), Gemeinschaft gleich Gemeinschaft? (Valerie Stephani), Das Bauhaus umgehen (Philine Sollmann), Kaugummi, Papier und Holz – von der Materialübung zur Gestaltung (Anne Schneider), Bauhaus Curriculum. Kann man mit Bauhaus Mathe unterrichten? (Maria Ricci), Sind Einhörner Bauhaus? Wie vermitteln wir Bauhaus als Schule und nicht als Stil? (Johannes Siebler).

(KL 2018)

Catrin Schmitt
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